Historie

Geschichte des Café Müller

Am 1.Oktober 1904 eröffneten der Konditor Wilhelm Müller und seine Frau Wilhelmine, eine Kaltmamsell, in der Alten Dorfstraße zu Stendal das Café "Germania".

Bekanntgabe der Eröffnung der Conditorei

Im Jahre 1915 konnte das Café durch geschäftlichen Erfolg in die Breite Straße 64 (jetzt Optikhaus Ranke) verlegt werden Aber schon bald reichten auch diese Räume für den enormen Aufschwung des Geschäftes nicht mehr aus und so erwarben sie das Haus in der Breiten Straße 22. Nach großem Umbau konnte es 1920 bezogen werden. Durch hervorragende Leistungen im Konditorenhandwerk wurde die Firma 1915 Hoflieferant der Herzogin zu Mecklenburg in Ludwigslust.

Wilhelm Müller schloss 1921 die Augen für immer und der unermüdlichen Schaffenskraft seiner Ehefrau Wilhelmine ist es zu verdanken, dass das Café Müller die schweren Zeiten der Inflation und des Zweiten Weltkrieges überstand.

Bildunterschrift: Konditorei und Kaffee Müller Hoflieferant

Der im Jahre 1905 geborene Sohn Wilhelm legte 1936 in Wolfenbüttel die Meiserprüfung ab und stand seiner Mutter bis Kriegsbeginn zur Seite. Er übernahm 1947 mit seiner Frau Charlotte den Betrieb. Es folgten schwere Jahre. Das Café und der Laden mussten zwangsweise an die HO abgetreten werden. Gebacken wurde in der Breiten Straße 22, verkauft in der Breiten Straße 34 (jetzt Uppstallkaufhaus). Der Kuchen wurde in einem geschlossenen Handwagen dorthin transportiert, denn für Private gab es kein Transportfahrzeug.

1966 verstarb der Inhaber und wieder stand die Ehefrau vor der Aufgabe, den Betrieb zu erhalten.

Im Jahre 1971 übernahm die dritte Generation, Konditormeister Wilhelm Müller und seine Frau Renate, die Konditorei. Sie erstritten von den Behörden die Rückgabe des Ladens im Stammhaus. Nach umfangreichen Umbauten im Laden und in der Backstube konnte nun rationeller produziert werden.

Mit der Wende im Jahre 1990 erledigte sich auch das Zwangsverhältnis zur HO, so dass am 01.Juli 1990 mit dem Umbau des Cafés begonnen werden konnte. Seit dem 15. Oktober 1990 empfängt die Familie Müller mit ihren vielen fleißigen Mitarbeitern wieder Gäste aus Stendal und Umgebung. Am 01.April 1991 wurde in Arneburg eine Filiale eröffnet und ein Jahr später gab es Café Müller auch im Stendaler Stadtteil Süd. Leider musste dort wegen der schlechten wirtschaftlichen Lage wieder geschlossen werden.

Im Jahre 1993 legte Tochter Anke in Wolfenbüttel ihre Meisterprüfung ab, so dass der Fortbestand des Unternehmens gesichert war. Seit 2013 ist sie Inhaberin der Konditorei und des Café Müller, nachdem Wilhelm Müller seinen wohlverdienten Ruhestand genießt.

1996 wurde eine eigene Eisproduktion installiert, außerdem im Johanniterkrankenhaus das Klinik-Café eröffnet. Im Frühjahr 2003 konnte ein lange gehegter Wunsch der Familie, ein Straßencafé vor dem Haus zu errichten, erfüllt werden. Im November wurde am Markt in Stendal ein Coffeebackshop eröffnet. Seit Januar 2004 ist auch Heiko Wetzel, der Schwiegersohn, nach erfolgreicher Umschulung zum Bürokaufmann mit im Betrieb. Für die Zukunft des Unternehmens bestehen also beste Aussichten.

Im Moment beschäftigen wir 29 Mitarbeiter, davon sind sieben in der Produktion. In Ausbildung sind ein Bäcker und eine Fachverkäuferin, außerdem eine Restaurantfachfrau als Praktikantin einer Ausbildungsgesellschaft.

Bis 1990 wurden ausschließlich Konditorwaren produziert, seit 1990 auch Brot und Brötchen.

Großen Anteil am Sortiment der Konditorei haben Bildertorten und verschiedene Hochzeitstorten. In der Weihnachtszeit führen wir ein umfangreiches Sortiment an Weihnachtsgebäck.